Knorpelaufbau

 

Einige der Gelenke des menschlichen Körpers sind im Laufe des Lebens enormer Belastung ausgesetzt. Sportliche (Über-)Aktivität, gerade die neuen Extremsportarten, körperlich belastende Berufe, aber auch Berufe, bei denen viel gesessen werden muß (Büroangestellte, Taxifahrer u.a.), nutzen besonders die Gelenke der unteren Extremität ab. Die Knorpelmasse, die normalerweise die Gelenkoberflächen abdeckt, geht zurück und verliert an Elastizität. Dieses kann manchmal auch die Folge eines Unfalls sein. Unglücklicherweise kann der geschädigte Knorpel vom Körper nicht selbst repariert werden, da es keine Blutzufuhr und somit keinen Heilungsprozeß in einem Gelenk gibt.

   

 

  Zeichnung Kniegelenk, Rückansicht

      

Dank der medizinischen Weiter-entwicklungen in den vergange-nen beiden Jahrzehnten stehen inzwischen verschiedene Be-handlungsmethoden für Knorpel-schäden zur Verfügung.

Die sogenannte künstliche Ge-lenkflüssigkeit wird schon seit vielen Jahren erfolgreich ange-wendet. Diese synthetisch her-gestellte Flüssigkeit hat praktisch die gleichen chemischen Eigen-schaften wie die natürliche Ge-lenkflüssigkeit, außer daß sie ´dickflüssiger´ ist. Sie wirkt als natürlicher Puffer innerhalb des Gelenkes. Die künstliche Gelenk-flüssigkeit wird, unter lokaler Be-täubung, drei bis fünf Mal direkt in das entsprechende Gelenk ge-spritzt. Behandelt werden können nahezu alle Gelenke, von den größeren wie Hüfte (unter Rönt-genkontrolle), Schulter oder Knie, bis zu den kleineren wie Finger- oder Zehengelenke. Die Flüssig-keit enthält alle notwendigen Nährstoffe, so daß der geschä-digte Knorpel sich wieder rege-nerieren kann. Die Wirkung der Spritzen kann bis zu zwei Jahren anhalten und somit wertvolle Zeit ´kaufen´, bevor operative Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Es gibt noch weitere chirurgische  Möglichkeiten, geschädigten bzw. verletzten Knorpel zu reparieren. Dazu gehört die autologe Knorpel-transplantation. Bei dieser Opera-tionstechnik werden während einer Gelenkspiegelung einige gesunde Knor-pelzellen entnommen und dann in einem Speziallabor ´gezüchtet´. Die Entnahme-stelle liegt immer außerhalb der Be-lastungszonen des Gelenkes. Die durch die Züchtung vielfach vermehrten ge-sunden Knorpelzellen werden dann, etwa drei Wochen später, an den Stellen wieder in das Gelenk eingesetzt, an denen der Knorpel verletzt ist oder gar ganz fehlt. Die Rehabilitation nach dieser Operation dauert mehrere Wochen und wird von unserer erfahrenen Kranken-gymnastin geleitet und überwacht. Die Ergebnisse sind sehr gut und erlauben es den Patienten, nach bereits wenigen Monaten wieder zu körperlicher und auch sportlicher Aktivität zurückzukehren.

Eine weitere, bereits seit vielen Jahren angewendete Operations-technik zur Knorpelreparatur ist die ´Mosaiktechnik´. Bei diesem Verfahren werden während einer Gelenkspiegelung mit einem speziellen Instrument kleine Zylin-der mit Knorpel und unterliegen-dem Knochen ausgestanzt, im nicht belasteten Bereich des Ge-lenkes. Diese Zylinder werden dann in derselben Operation in die Bereiche der Verletzung bzw. Knorpellöcher eingesetzt. Dabei werden die Zylinder wie bei einem Mosaik nebeneinander gelegt, bis der defekte Bereich gefüllt ist. Auch bei dieser Opera-tion dauert die Rehabilitation mehrere Wochen, aber auch sie erlaubt es dem Patienten, nach dieser Zeit wieder an seinen Arbeitsplatz oder zu seinem Sport zurückzukehren.

Welche Behandlung im einzelnen indiziert ist, wird individuell mit dem Patienten zusammen entschieden, nach ausführlicher orthopädischer Untersuchung und unter Zuhilfenahme von Röntgen- und Ultraschallgerät (beide in der Praxis vorhanden).